Diktieren statt tippen: Warum dein Buch schneller fertig wird, wenn du redest
Erscheint am Sonntag, 15. November 2026 um 7 Uhr
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Die meisten Menschen tippen 30 bis 40 Wörter in der Minute und sprechen 150. Wer sein Wissen diktiert statt tippt, ist nicht nur schneller, sondern klingt auch mehr nach sich selbst. In dieser Folge erkläre ich, wie ich Wissen aus Expertinnen heraushole, die sagen, sie könnten nicht schreiben: mit Fragen, mit Sprachaufnahmen und mit KI, die das Gesprochene ordnet, ohne es zu verfälschen. Plus eine Frage, mit der du heute in zehn Minuten dein erstes Kapitelmaterial hast.
Quellen
- Eigene Praxis: Interview- und Diktatmethode für Expertenbücher
- Allgemein bekannte Richtwerte zu Tipp- und Sprechgeschwindigkeit
Transkript zum Nachlesen
Herzlich willkommen bei KI Buch Power, deinem Buchpodcast für alle, die mit ihrem Buch sichtbar werden wollen. Ich bin Janet Zentel. Fünf Minuten, ein Thema, ein Schritt für dein Buch. Heute: Warum die meisten Expertenbücher nie fertig werden, und was Reden damit zu tun hat.
Ich habe in achtzehn Jahren mit sehr vielen Menschen gearbeitet, die ein Buch schreiben wollten und es nicht geschafft haben. Und fast immer war der Grund derselbe: Sie haben versucht zu schreiben. Das klingt absurd, aber es ist das Problem. Eine Steuerberaterin, die ihren Mandanten seit zwanzig Jahren in zehn Minuten erklärt, worauf es ankommt, setzt sich vor den Bildschirm und bringt in zwei Stunden drei verkrampfte Absätze zustande. Das Wissen ist da. Die Sprache ist da. Nur der Weg vom Kopf auf die Seite ist verstopft.
Zwei Zahlen, die den Weg frei machen. Die meisten Menschen tippen zwischen dreißig und vierzig Wörter in der Minute. Sprechen tun sie hundertfünfzig. Das ist das Vierfache. Ein Kapitel von dreitausend Wörtern ist gesprochen in zwanzig Minuten da. Getippt dauert es einen Tag, wenn es gut läuft.
Aber es geht nicht nur um Tempo. Es geht um Klang. Wenn du sprichst, benutzt du deine Wörter. Deine Beispiele, deine Vergleiche, deine kleinen Umwege. Genau das, was ein Buch lebendig macht und was beim Tippen verloren geht, weil wir glauben, ein Buch müsse anders klingen als wir.
So mache ich es, und so machen es die Autorinnen, mit denen ich arbeite. Drei Schritte.
Schritt eins: Fragen statt Gliederung. Niemand kann auf Kommando ein Kapitel diktieren. Aber jeder kann eine Frage beantworten. Also fangen wir nicht mit Kapitel eins an, sondern mit einer Liste von Fragen, die deine Kundinnen dir immer wieder stellen. Was ist der größte Fehler, den Anfänger machen? Woran erkenne ich, dass es Zeit für den nächsten Schritt ist? Was würdest du deinem jüngeren Ich raten? Zwanzig solcher Fragen, und du hast das Gerüst für ein Buch, ohne es zu merken.
Schritt zwei: Reden, nicht vorlesen. Du nimmst dir eine Frage, drückst auf Aufnahme und antwortest so, als säße die Kundin vor dir. Mit dem Handy, mit einem Diktierwerkzeug, egal. Es gibt heute Programme, die deine Sprache sofort in Text verwandeln, sauber, mit Satzzeichen, in Echtzeit. Du redest zehn Minuten, und auf dem Bildschirm stehen fünfzehnhundert Wörter von dir.
Schritt drei: Ordnen, nicht umschreiben. Jetzt kommt die KI ins Spiel, aber mit einer klaren Anweisung: Ordne dieses Gesprochene in Absätze, entferne Füllwörter und Wiederholungen, aber verändere keine Formulierung und erfinde nichts dazu. Das Ergebnis ist ein Rohtext, der nach dir klingt, weil er von dir ist. Nur aufgeräumt. Danach liest du, streichst, ergänzt. Das ist Schreiben, wie es sich anfühlen sollte: Bearbeiten statt Erzeugen.
Was dabei herauskommt, ist in meiner Erfahrung besser als das, was dieselben Menschen tippen würden. Weil die Beispiele echt sind. Weil die Sprache die ist, mit der sie seit Jahren überzeugen. Und weil sie fertig werden.
Ein Hinweis zur Ehrlichkeit, der mir wichtig ist: Diktierter und dann aufgeräumter Text ist dein Text. Amazon würde ihn als KI-unterstützt einstufen, nicht als KI-generiert, denn der Inhalt stammt von dir, die Maschine hat nur sortiert. Das ist einer der Gründe, warum ich diesen Weg so mag. Er ist schnell und sauber zugleich.
Ein Einwand, den ich oft höre: Aber ich rede so unstrukturiert, da kommt doch nichts Brauchbares raus. Doch. Gerade das Unstrukturierte ist das Material. Wenn du einer Kundin etwas erklärst, machst du Umwege, du erzählst ein Beispiel, du kommst zurück zum Punkt. Genau diese Bewegung macht einen Text lesbar. Das Sortieren übernimmt danach die Maschine, und das kann sie wirklich gut, weil Sortieren eine Fleißarbeit ist und keine Denkarbeit. Was sie nicht kann, ist das Material erfinden. Dein Wissen, deine Beispiele, deine Sprache: Das muss aus dir kommen, und beim Reden kommt es leichter als beim Tippen. Wer dreißig Minuten in ein Mikrofon spricht, hat mehr Buch in der Hand, als wer drei Stunden auf den leeren Bildschirm starrt.
Dein Fünf-Minuten-Schritt für heute, und diesmal sind es eher zehn: Nimm dein Handy, öffne die Sprachaufnahme und beantworte eine einzige Frage: Was fragen dich deine Kundinnen, Patienten, Schülerinnen oder Kollegen immer wieder, und was antwortest du dann? Rede, bis du nichts mehr zu sagen hast. Dann hör es dir an. Was du hörst, ist der Anfang deines Buches. Und er klingt schon jetzt mehr nach dir als alles, was du je getippt hast.
Das war dein Buch-Snack für heute. Wenn du dein eigenes Expertenbuch schreiben willst, schau bei KI Buch Power vorbei, der Link steht in den Shownotes. Und damit du es weißt: Diese Folge wurde mit meiner eigenen geklonten KI-Stimme eingesprochen. Bis zum nächsten Snack.
Folge 19 von KI Buch Power, deinem Buchpodcast mit Janet Zentel. Eingesprochen mit der geklonten KI-Stimme von Janet Zentel.