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Einundsechzig Prozent verdienen unter fünfzig Euro: Die Selfpublisher-Umfrage ehrlich gelesen

Folge 114:59 Min.Solo

Erscheint am Donnerstag, 19. November 2026 um 7 Uhr

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Darum geht es

1.389 Teilnehmende, ernüchternde Zahlen: 61 Prozent der Selfpublisher setzen weniger als 50 Euro im Monat um, 78 Prozent weniger als 200 Euro. Nur 95 Personen erreichen 2.500 Euro oder mehr. In dieser Folge schaue ich nicht auf die Verlierer, sondern auf die Gewinner: Was machen die wenigen anders? Serien, E-Book zuerst, Werbung und vor allem eine eigene Leserliste, die 65 Prozent aller Befragten gar nicht haben.

Quellen

  • Selfpublisher-Verband e.V.: Auswertung der Selfpublisher-Umfrage 2026, Teil 1 und Teil 2 (Best Practice), veröffentlicht 19. Juni 2026
  • literaturcafe.de: Selfpublisher-Umfrage 2026: Weniger Umsatz, mehr KI
  • Börsenblatt: Selfpublishing 2026: Was erfolgreiche Autor:innen unterscheidet, 23. Juni 2026
  • selfpublishing-akademie.de: Selfpublisher-Umfrage 2026 (61 Prozent nutzen KI, 65 Prozent haben keinen Newsletter)

Transkript zum Nachlesen

Herzlich willkommen bei KI Buch Power, deinem Buchpodcast für alle, die mit ihrem Buch sichtbar werden wollen. Ich bin Janet Zentel. Fünf Minuten, ein Thema, ein Schritt für dein Buch. Heute lesen wir gemeinsam eine Umfrage, die in der Szene für lange Gesichter gesorgt hat. Und ich zeige dir, was die wenigen anders machen, die davon leben.

Im Juni hat der Selfpublisher-Verband zum dritten Mal seine große Umfrage veröffentlicht. Fast vierzehnhundert Menschen haben mitgemacht, zwölfhundertfünfzig davon veröffentlichen bereits selbst. Das ist die beste Datengrundlage, die wir im deutschsprachigen Raum haben.

Und die Zahlen sind hart. Einundsechzig Prozent setzen im Monat weniger als fünfzig Euro um. Weitere siebzehn Prozent liegen zwischen fünfzig und zweihundert. Zusammen sind das achtundsiebzig Prozent, also fast vier von fünf, die mit ihren Büchern weniger als zweihundert Euro im Monat einnehmen. Brutto, vor allen Kosten. Die Gruppe, die zweitausend Euro oder mehr erreicht, ist gegenüber dem Vorjahr von sieben auf knapp vier Prozent geschrumpft.

Ich sage dir das nicht, um dich zu entmutigen. Ich sage es dir, weil du es wissen musst, bevor du anfängst. Und weil in derselben Umfrage die Antwort steckt.

Denn der Verband hat die fünfundneunzig Teilnehmenden gesondert ausgewertet, die mehr als zweitausendfünfhundert Euro im Monat umsetzen. Und die machen fast alle dasselbe. Vier Dinge.

Erstens: Serien. Die erfolgreichen Autorinnen schreiben nicht ein Buch, sie schreiben Reihen. Wer Band eins mag, kauft Band zwei. Jedes neue Buch verkauft die alten mit. Für Romane ist das offensichtlich. Für Sachbücher gilt es genauso: Wer ein Buch über Mitarbeiterführung geschrieben hat, schreibt das nächste über Mitarbeitergespräche. Dieselbe Zielgruppe, derselbe Vertrauensvorschuss.

Zweitens: E-Book zuerst. Die Profis verkaufen digital, günstig und viel. Das Taschenbuch kommt dazu, ist aber nicht der Kern.

Drittens: Werbung. Alle, wirklich alle Befragten mit mehr als fünftausend Euro Monatsumsatz machen bezahlte Werbung. Niemand in dieser Gruppe verlässt sich auf Zufall. Wer kein Geld für Sichtbarkeit ausgibt, bleibt in der Gruppe unter fünfzig Euro.

Viertens, und das ist die Zahl, die mich am meisten beschäftigt: Fünfundsechzig Prozent aller Befragten haben keinen eigenen Newsletter. Zwei Drittel der Selfpublisher haben keine Möglichkeit, ihre Leserinnen direkt zu erreichen. Sie hängen komplett von Amazon ab. Wenn Amazon den Algorithmus ändert, sind sie weg. Die Profis dagegen haben eine Leserliste.

Noch zwei Zahlen aus der Umfrage, die zu diesem Podcast passen: Einundsechzig Prozent der Selfpublisher nutzen inzwischen KI. Und das meistgewählte Genre ist nicht Fantasy, nicht Liebesroman, sondern Sach- und Fachbuch mit achtzehn Prozent. Expertenbücher sind das größte Segment im deutschen Selfpublishing.

Was heißt das für dich? Wenn du nur ein Buch schreibst, es für zwei neunundneunzig einstellst, keine Werbung machst und keine Leserliste aufbaust, landest du mit hoher Wahrscheinlichkeit bei den einundsechzig Prozent. Wenn du dein Buch als Anfang einer Reihe planst, deine Leserinnen einsammelst und bereit bist, Geld in Sichtbarkeit zu stecken, bist du bei den fünfundneunzig.

Und für ein Expertenbuch kommt etwas dazu, was die Umfrage gar nicht misst: Der Umsatz entsteht oft nicht durch den Buchverkauf, sondern durch das, was das Buch auslöst. Anfragen, Aufträge, Vorträge. Dazu mache ich eine eigene Folge.

Eine Zahl habe ich noch nicht genannt, weil sie mich nachdenklich macht: Der Altersschwerpunkt der Befragten liegt zwischen einundfünfzig und siebzig Jahren, mehr als die Hälfte sind Frauen. Das deutsche Selfpublishing ist erfahren, weiblich und reif. Das ist eine Stärke, denn diese Menschen haben etwas zu sagen. Aber es erklärt auch die fehlenden Newsletter und die Scheu vor bezahlter Werbung. Wer heute mit über fünfzig sein erstes Buch veröffentlicht, bringt Lebenserfahrung und Fachwissen mit, die kein Dreißigjähriger hat. Er muss nur die Vertriebsseite neu lernen. Und genau das ist leichter, als die meisten glauben, weil die Werkzeuge dafür heute einfacher sind als je zuvor.

Dein Fünf-Minuten-Schritt für heute: Richte eine Eintragungsmöglichkeit für deine Leserliste ein. Eine einfache Seite mit einem Feld für die E-Mail-Adresse und einem Grund, sich einzutragen: eine Leseprobe, eine Checkliste, das erste Kapitel. Es gibt kostenlose Werkzeuge dafür, die in fünf Minuten stehen. Und ab heute kommt der Link in jedes Buch, auf jedes Profil, in jede Signatur. Damit gehörst du schon zu dem Drittel, das seine Leser selbst erreichen kann.

Das war dein Buch-Snack für heute. Alle Zahlen und Quellen findest du in den Shownotes. Wenn du dein eigenes Expertenbuch schreiben willst, schau bei KI Buch Power vorbei, der Link steht ebenfalls in den Shownotes. Und damit du es weißt: Diese Folge wurde mit meiner eigenen geklonten KI-Stimme eingesprochen. Bis zum nächsten Snack.

Folge 11 von KI Buch Power, deinem Buchpodcast mit Janet Zentel. Eingesprochen mit der geklonten KI-Stimme von Janet Zentel.

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