KI Buch Power

Amazon hat die Preisregeln geändert: Was du jetzt für dein E-Book und dein Taschenbuch neu rechnen musst

Folge 105:04 Min.Solo

Erscheint am Mittwoch, 18. November 2026 um 7 Uhr

Auf Spotify folgen

Darum geht es

Zum ersten Mal seit 2007 hat Amazon die Preisgrenze für die 70-Prozent-Tantieme bei E-Books angehoben: statt bis 9,99 Dollar jetzt bis 12,99 Dollar auf Amazon.com, mit entsprechenden Änderungen auf den anderen Marktplätzen. Schon 2025 wurde die Taschenbuch-Tantieme unter 9,99 auf 50 Prozent gesenkt. In dieser Folge rechne ich dir vor, was das für dein Sachbuch bedeutet, warum die Profis ihre E-Books trotzdem zwischen drei und fünf Euro anbieten und wie du deinen Preis in fünf Minuten neu kalkulierst.

Quellen

  • Amazon KDP Hilfe: Preisspanne für die 70-Prozent-Tantiemenoption (Juli 2026: 2,99 bis 12,99 Dollar auf Amazon.com)
  • builtwritten.com: Amazon changed book pricing rules 2026 (7. Juli 2026; Taschenbuch-Tantieme Juni 2025 von 60 auf 50 Prozent unter 9,99 Dollar)
  • Amazon KDP Hilfe: Berechnung der Taschenbuch-Tantiemen, Rechenbeispiel 300 Seiten
  • Selfpublisher-Verband: Auswertung der Selfpublisher-Umfrage 2026, Teil 2 Best Practice (79 Prozent der umsatzstarken Autoren preisen E-Books zwischen 3,00 und 4,99 Euro)

Transkript zum Nachlesen

Herzlich willkommen bei KI Buch Power, deinem Buchpodcast für alle, die mit ihrem Buch sichtbar werden wollen. Ich bin Janet Zentel. Fünf Minuten, ein Thema, ein Schritt für dein Buch. Heute geht es ums Rechnen. Amazon hat die Preisregeln geändert, und das betrifft jeden, der dort ein Buch verkauft.

Am siebten Juli dieses Jahres hat Amazon etwas getan, worauf Autorinnen und Autoren fast zwanzig Jahre gewartet haben. Die Obergrenze für die siebzig-Prozent-Tantieme bei E-Books wurde angehoben. Bisher galt: Nur wer sein E-Book zwischen zwei neunundneunzig und neun neunundneunzig Dollar anbietet, bekommt siebzig Prozent vom Preis. Darüber waren es nur fünfunddreißig Prozent. Diese Grenze stand seit zweitausendsieben. Jetzt liegt sie bei zwölf neunundneunzig Dollar auf dem amerikanischen Marktplatz, mit entsprechenden Anpassungen auf den anderen Marktplätzen, also auch bei uns.

Warum ist das wichtig? Weil es vor allem Sachbücher betrifft. Ein Roman für drei oder vier Euro, das passt. Aber ein Fachbuch, ein Ratgeber mit echtem Wissen, der im Druck fünfundzwanzig Euro kostet, der war als E-Book bisher künstlich auf neun neunundneunzig gedrückt, oder die Tantieme halbierte sich. Jetzt gibt es Luft nach oben.

Die zweite Änderung ist älter, aber vielen noch nicht bewusst. Seit Juni vergangenen Jahres zahlt Amazon beim Taschenbuch nur noch fünfzig Prozent Tantieme, wenn der Listenpreis unter neun neunundneunzig liegt. Darüber bleiben es sechzig Prozent. Und von dieser Tantieme gehen dann noch die Druckkosten ab.

Lass uns das einmal durchrechnen, mit dem Beispiel aus Amazons eigener Hilfe. Ein Taschenbuch mit dreihundert Seiten, schwarzweiß, Listenpreis neun neunundneunzig Dollar. Sechzig Prozent davon sind fünf Dollar neunundneunzig. Davon gehen vier Dollar sechzig Druckkosten ab. Bleiben ein Dollar neununddreißig pro verkauftem Buch. Ein Dollar neununddreißig. Dafür hast du Monate geschrieben.

Und jetzt stell dir dasselbe Buch für neun achtundneunzig vor, also einen Cent billiger. Dann greifen nur noch fünfzig Prozent. Vier Dollar neunundneunzig minus vier Dollar sechzig. Neununddreißig Cent. Ein Cent Preisunterschied, ein Dollar weniger Verdienst. Das ist keine Theorie, das steht so in den Rechenbeispielen von Amazon.

Was lernen wir daraus? Drei Dinge.

Erstens: Dein Taschenbuchpreis gehört über die Schwelle. Wer heute ein Sachbuch für acht neunundneunzig anbietet, verschenkt Geld. Zehn neunundneunzig oder zwölf neunundneunzig sind für ein Expertenbuch mit zweihundert bis dreihundert Seiten völlig normal, und sie bringen dir das Doppelte bis Dreifache pro Verkauf.

Zweitens: Beim E-Book darfst du jetzt selbstbewusster sein. Ein Sachbuch mit echtem Nutzen kann als E-Book elf oder zwölf Euro kosten und trotzdem siebzig Prozent Tantieme bringen. Das war bisher nicht möglich.

Drittens, und das ist die ehrliche Einordnung: Die erfolgreichen Selfpublisher in Deutschland machen es anders, und das aus gutem Grund. In der aktuellen Umfrage des Selfpublisher-Verbands geben neunundsiebzig Prozent der Autoren mit mehr als zweitausendfünfhundert Euro Monatsumsatz an, dass sie ihre E-Books zwischen drei und vier neunundneunzig Euro anbieten. Das sind vor allem Romanautorinnen mit Serien, bei denen der niedrige Preis Leser in die Reihe zieht. Für ein einzelnes Expertenbuch gilt eine andere Logik: Der Preis ist ein Signal für den Wert. Wer sein Fachwissen für zwei neunundneunzig verkauft, sagt damit auch etwas über sein Fachwissen.

Noch eine Rechnung, die kaum jemand macht: die Lieferkosten beim E-Book. In der siebzig-Prozent-Option zieht Amazon pro Megabyte Dateigröße eine kleine Gebühr ab, rund fünfzehn Cent auf dem amerikanischen Marktplatz. Bei einem reinen Textbuch mit einem Megabyte ist das egal. Bei einem Sachbuch mit vielen Abbildungen, Bildschirmfotos und Grafiken, das zwanzig Megabyte groß ist, sind das drei Dollar pro Verkauf, die vor der Tantieme verschwinden. Ein bebildertes Fachbuch für neun neunundneunzig kann dir so weniger einbringen als ein schlankes Textbuch für fünf neunundneunzig. Die Lösung ist einfach: Bilder im E-Book verkleinern oder große Grafiken auf eine Begleitseite auslagern, zu der ein Link führt.

Dein Fünf-Minuten-Schritt für heute: Öffne den Preisrechner in deinem Amazon-Konto oder einen der kostenlosen Rechner im Netz. Gib Seitenzahl und Format deines Buchs ein und spiel drei Preise durch: acht neunundneunzig, zehn neunundneunzig und zwölf neunundneunzig. Schau dir an, was pro Buch bei dir ankommt. Und dann entscheide bewusst, statt den Preis zu nehmen, den alle nehmen.

Das war dein Buch-Snack für heute. Alle Quellen und die Rechenbeispiele findest du in den Shownotes. Wenn du dein eigenes Expertenbuch schreiben willst, schau bei KI Buch Power vorbei, der Link steht ebenfalls in den Shownotes. Und damit du es weißt: Diese Folge wurde mit meiner eigenen geklonten KI-Stimme eingesprochen. Bis zum nächsten Snack.

Folge 10 von KI Buch Power, deinem Buchpodcast mit Janet Zentel. Eingesprochen mit der geklonten KI-Stimme von Janet Zentel.

Teilen:LinkedInWhatsApp

Weiterhören

Passende Folgen