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Amazon und KI: Die zwei Kästchen, die über dein Konto entscheiden

Folge 45:20 Min.Solo

Erscheint am Donnerstag, 5. November 2026 um 7 Uhr

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Darum geht es

Seit September 2023 fragt Amazon beim Veröffentlichen jedes Buchs ab, ob KI-generierte Inhalte enthalten sind. Die Unterscheidung zwischen „KI-generiert“ und „KI-unterstützt“ entscheidet darüber, was du angeben musst. In dieser Folge erkläre ich die Regel so, wie sie in den Richtlinien steht, warum auch stark überarbeiteter KI-Text als KI-generiert zählt, was tolino verlangt und warum ehrliches Ankreuzen dein Konto schützt.

Quellen

  • Amazon KDP Content Guidelines, Abschnitt AI-generated content
  • selfpublishing-akademie.de: KI-Bücher bei Amazon und Tolino: Was die Regeln wirklich verlangen
  • kdpbuilder.com: Amazon KDP AI Disclosure Rules, 2026 Guide
  • danielgaiswinkler.com: Amazon KDP KI Regeln 2026

Transkript zum Nachlesen

Herzlich willkommen bei KI Buch Power, deinem Buchpodcast für alle, die mit ihrem Buch sichtbar werden wollen. Ich bin Janet Zentel. Fünf Minuten, ein Thema, ein Schritt für dein Buch. Heute: Amazon und KI. Die zwei Kästchen, die über dein Konto entscheiden.

Wenn du ein Buch bei Amazon über Kindle Direct Publishing hochlädst, kommt seit September zweitausenddreiundzwanzig eine Frage, an der du nicht vorbeikommst: Enthält dein Buch KI-generierte Inhalte? Und wenn ja, welche: Text, Bilder oder Übersetzungen?

Diese Frage sorgt für mehr Verwirrung als jede andere, die mir in den letzten Monaten begegnet ist. Deshalb heute Klartext, direkt aus den Richtlinien.

Amazon unterscheidet zwei Dinge. Erstens: KI-generiert. Das sind Texte, Bilder oder Übersetzungen, die ein KI-Werkzeug erstellt hat. Und jetzt der Satz, den du dir merken musst: Das gilt auch dann, wenn du das Ergebnis anschließend stark überarbeitet hast. Ein Kapitel, das die KI auf deine Anweisung hin geschrieben hat und das du dann umgebaut, gekürzt und geglättet hast, ist nach Amazons Definition KI-generiert.

Zweitens: KI-unterstützt. Das ist, wenn du selbst geschrieben hast und die KI zum Ideensammeln, Gliedern, Lektorieren, Verfeinern oder zur Fehlerprüfung genutzt hast. Das musst du nicht angeben.

Die Grenze läuft also nicht bei der Frage: Habe ich KI benutzt? Sondern bei der Frage: Wer hat den Inhalt erzeugt?

Drei Dinge, die du dazu wissen solltest.

Erstens: Die Angabe ist intern. Sie landet bei Amazon, nicht auf deiner Produktseite. Es gibt kein öffentliches KI-Etikett, keinen Hinweis in der Buchbeschreibung, keine Nennung des Werkzeugs. Amazon will es wissen, deine Leserinnen und Leser sehen es nicht.

Zweitens: KI-generierte Inhalte sind erlaubt. Amazon verbietet sie nicht. Was Amazon verbietet, ist Lügen. Wer KI-generierte Inhalte nicht angibt und dabei auffällt, riskiert das Konto. Amazon hat das Prüfteam vergrößert und setzt eigene Erkennungswerkzeuge ein. Und Massenware ohne Mehrwert fliegt raus, egal, was angekreuzt wurde.

Drittens: Das Cover zählt mit. Ein KI-generiertes Cover oder KI-Bilder im Innenteil musst du als KI-generierte Bilder angeben. Auch wenn es abstrakt ist, auch wenn es niemanden täuscht. Amazon fasst das weiter als das Gesetz.

Und tolino? Bei tolino media gilt ebenfalls: KI-Inhalte und KI-Sprecher müssen gekennzeichnet werden. tolino weist selbst darauf hin, dass manche Vertriebskanäle, namentlich Audible, Hörbücher mit KI-Stimme nicht listen.

Jetzt die ehrliche Frage, die mir in Live-Abenden oft gestellt wird: Wenn ich mein Expertenbuch so schreibe, dass ich mein Wissen liefere und die KI daraus den Text baut, was kreuze ich dann an? Die Antwort: KI-generierter Text. Ja. Auch wenn jede Zahl, jede Methode und jede Geschichte darin von dir stammt. Auch wenn du jedes Kapitel geprüft und freigegeben hast. Nach Amazons Definition hat das Werkzeug den Text erzeugt.

Und ich sage dir: Kreuz es an. Es passiert nichts, außer dass du ehrlich bist. Dein Buch wird nicht schlechter platziert, es bekommt kein Etikett, es wird ganz normal verkauft. Was dich wirklich gefährdet, ist das Gegenteil: ein Konto, das wegen falscher Angaben gesperrt wird, mit allen Büchern, die du dort je veröffentlicht hast.

Ich arbeite seit achtzehn Jahren mit Amazon als Vertriebsweg. Mein Grundsatz war immer: Die Plattform verzeiht Fehler, aber keine Täuschung. Bei KI ist das nicht anders.

Ein Punkt noch, der in den Autorengruppen oft durcheinandergeht: Die Amazon-Regel und die EU-Verordnung sind zwei verschiedene Dinge. Die EU fragt, ob ein Mensch den Text geprüft und verantwortet hat. Amazon fragt, wer ihn erzeugt hat. Du kannst also ein Buch haben, das nach EU-Logik keine Kennzeichnung braucht, weil du jedes Kapitel redaktionell geprüft hast, und das du bei Amazon trotzdem als KI-generiert angeben musst. Das ist kein Widerspruch, sondern zwei Fragen an denselben Text. Die eine stellt der Gesetzgeber, die andere der Händler. Beide beantwortest du wahrheitsgemäß, und beide Antworten dürfen unterschiedlich ausfallen. Wer das einmal verstanden hat, verliert die Angst vor dem Formular und füllt es in Ruhe aus.

Dein Fünf-Minuten-Schritt für heute: Nimm dein aktuelles Buchprojekt und notiere ehrlich zu drei Bereichen, wer der Urheber ist. Text: Du oder Werkzeug? Cover und Innenbilder: Du, ein Mensch, den du beauftragt hast, oder Werkzeug? Übersetzung, falls geplant: Mensch oder Werkzeug? Diese drei Antworten sind genau das, was Amazon beim Hochladen wissen will. Wenn du sie heute aufschreibst, klickst du dich später in zwanzig Sekunden durch.

Das war dein Buch-Snack für heute. Alle Quellen findest du in den Shownotes. Wenn du dein eigenes Expertenbuch schreiben willst, schau bei KI Buch Power vorbei, der Link steht ebenfalls in den Shownotes. Und damit du es weißt: Diese Folge wurde mit meiner eigenen geklonten KI-Stimme eingesprochen. Bis zum nächsten Snack.

Folge 4 von KI Buch Power, deinem Buchpodcast mit Janet Zentel. Eingesprochen mit der geklonten KI-Stimme von Janet Zentel.

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