KI Buch Power

Jeder dritte junge Buchkäufer ist weg: Was das für Kinderbuchautoren und Eltern bedeutet

Folge 135:02 Min.SoloSnack aus der KI Schreibschule

Erscheint am Dienstag, 10. November 2026 um 7 Uhr

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Darum geht es

Die Zahl der Buchkäufer zwischen zehn und fünfzehn Jahren ist 2025 um 30,6 Prozent eingebrochen, die Ausgaben um fast ein Viertel. Der Börsenverein spricht von einem Weckruf, die Buchmesse eröffnete mit Warnungen vor sinkender Lesekompetenz. Als Kinderbuchautorin treibt mich das um. In dieser Folge ordne ich die Zahlen ein und zeige, wo trotzdem Chancen liegen: beim Vorlesen, beim Hören, in Schulen und bei den Eltern, von denen 37 Prozent sagen, ihr Kind liest mehrmals pro Woche.

Quellen

  • Börsenverein des Deutschen Buchhandels: Buchmarkt kompakt 2025/2026 (Käufer 10 bis 15 Jahre minus 30,6 Prozent, Ausgaben minus 23,8 Prozent)
  • buchmarkt.de: Börsenverein-Bericht zeigt erneut: Junge Menschen kaufen weniger Bücher und Lesekompetenz sinkt, 9. Juli 2026
  • dpa / AD HOC NEWS: Frankfurter Buchmesse 2026: KI und Leseschwäche prägen den Auftakt, 6. Oktober 2026
  • dpa / Heidelberg24: Umfrage zur Buchmesse: 37 Prozent der Eltern sagen, ihr Kind liest mehrmals pro Woche, 20 Prozent täglich

Transkript zum Nachlesen

Herzlich willkommen bei KI Buch Power, deinem Buchpodcast für alle, die mit ihrem Buch sichtbar werden wollen. Ich bin Janet Zentel. Fünf Minuten, ein Thema, ein Schritt für dein Buch. Diese Folge ist ein Snack aus der KI Schreibschule, für alle, die Geschichten schreiben. Heute eine Zahl, die mir persönlich wehtut. Und eine Folge für alle, die für Kinder schreiben oder Kinder haben.

Minus dreißig Komma sechs Prozent. So stark ist die Zahl der Buchkäufer zwischen zehn und fünfzehn Jahren im vergangenen Jahr eingebrochen. Die Ausgaben in dieser Altersgruppe sanken um fast ein Viertel. Fast jedes dritte Kind, das im Jahr davor noch ein Buch gekauft hat oder gekauft bekam, ist aus der Statistik verschwunden. Das sagt der Börsenverein in seinem aktuellen Bericht, und er nennt es einen Weckruf an die Politik.

Die Frankfurter Buchmesse hat im Oktober mit genau diesem Thema eröffnet. Sinkende Lesekompetenz und Künstliche Intelligenz prägten die Auftaktreden. Der Vorsteher des Börsenvereins sagte sinngemäß: Die Liebe zum Buch blüht nach wie vor, aber die Fähigkeit zu lesen schwindet. Und wer nicht lesen kann, kauft keine Bücher.

Ich schreibe selbst Kinderbücher, neben Sachbüchern und Thrillern. Und ich habe an einem Projekt in einem Kinderhospiz mitgearbeitet, bei dem Menschen ihre letzten Geschichten aufschreiben. Ich weiß, was ein Buch in einem Kinderzimmer bedeuten kann. Deshalb will ich diese Zahl nicht einfach stehen lassen, sondern fragen: Wo liegen die Chancen?

Erstens: Die Eltern sind da. In einer Umfrage zur Buchmesse sagten siebenunddreißig Prozent der Mütter und Väter, ihr Kind liest mehrmals pro Woche außerhalb der Schule. Zwanzig Prozent sagten: täglich. Das ist nicht die Mehrheit, aber es ist eine große, engagierte Gruppe. Diese Eltern suchen Bücher, die ihre Kinder wirklich lesen wollen. Nicht die hundertste Variante vom Einhorn, sondern Geschichten aus der Lebenswelt ihrer Kinder, in einer Sprache, die trägt.

Zweitens: Vorlesen schlägt Selbstlesen. Wenn die Lesekompetenz sinkt, wächst die Bedeutung des gemeinsamen Lesens. Ein Kinderbuch, das sich gut vorlesen lässt, mit Rhythmus, mit Wiederholungen, mit Stellen zum Mitsprechen, ist heute wertvoller als eines, das ein Kind allein bewältigen soll. Und ein Vorlesebuch braucht eine Hörfassung. Wir haben über das Hörbuchwachstum gesprochen. Bei Kindern ist der Effekt noch stärker: Hörspiele und Hörbücher sind oft der erste Zugang zur Geschichte.

Drittens: Schulen und Bibliotheken. Wenn der Markt bei den Familien wegbricht, werden die Orte wichtiger, an denen Kinder trotzdem auf Bücher treffen. Lesungen in Schulen, Klassensätze, Begleitmaterial für Lehrkräfte. Ein Kinderbuch mit einem kleinen Begleitheft für den Unterricht hat einen zweiten Vertriebsweg, den ein reines Regalbuch nicht hat.

Viertens, und das sage ich mit Vorsicht: KI kann hier helfen, nicht beim Erfinden der Geschichte, sondern bei der Zugänglichkeit. Eine Fassung in einfacher Sprache. Eine Hörfassung. Fragen zum Text für Eltern und Lehrkräfte. Übersetzungen für Familien, in denen zu Hause eine andere Sprache gesprochen wird. All das macht ein gutes Kinderbuch für mehr Kinder erreichbar.

Was die Zahl nicht bedeutet: dass Kinderbücher keine Zukunft haben. Sie bedeutet, dass Kinderbücher nicht mehr von allein verkauft werden. Wer heute für Kinder schreibt, muss die Eltern, die Schulen und die Ohren mitdenken.

Und noch ein Gedanke, der über das Kinderbuch hinausgeht. Die Zehn- bis Fünfzehnjährigen von heute sind die Buchkäufer von übermorgen. Wenn ein Drittel von ihnen jetzt den Kontakt zum Buch verliert, fehlt dieses Drittel in zehn Jahren bei den Sachbüchern, bei den Romanen, bei allem. Das ist die eigentliche Dimension dieser Zahl, und deshalb geht sie jeden an, der schreibt. Was wir dagegen tun können, ist nicht groß, aber konkret: Bücher schreiben, die Kinder nicht überfordern, sondern packen. Hörfassungen anbieten, wo das Lesen noch schwerfällt. In Schulen gehen, wenn wir eingeladen werden. Und als Erwachsene sichtbar lesen, mit einem echten Buch in der Hand, weil Kinder nachmachen, was sie sehen, und nicht, was man ihnen sagt.

Dein Fünf-Minuten-Schritt für heute, egal ob du für Kinder schreibst oder nicht: Lies einem Kind fünf Minuten vor. Deinem eigenen, einem Enkelkind, einem Nachbarskind, oder nimm dein eigenes Manuskript und lies es dir selbst laut vor, als säße ein Achtjähriger neben dir. Du merkst sofort, welche Sätze tragen und welche kippen. Und du tust an diesem Tag etwas gegen die Zahl, mit der wir angefangen haben.

Das war dein Buch-Snack für heute. Alle Zahlen und Quellen findest du in den Shownotes. Wenn du einen Roman, ein Kinderbuch oder deine Lebensgeschichte schreiben willst, schau bei der KI Schreibschule vorbei, der Link steht ebenfalls in den Shownotes. Und damit du es weißt: Diese Folge wurde mit meiner eigenen geklonten KI-Stimme eingesprochen. Bis zum nächsten Snack.

Folge 13 von KI Buch Power, deinem Buchpodcast mit Janet Zentel. Eingesprochen mit der geklonten KI-Stimme von Janet Zentel.

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